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Zu Besuch bei unseren polnischen Freunden in Poznań - Posen

Zu Besuch bei polnischen Freunden. Posen und Hannover sind seit Oktober 1979 Partnerstädte. Da wollen wir die Partnerschaft doch einfach mal pflegen.Die Städte passen durchaus zusammen. Beide haben über 500.000 Einwohner, eine Vergangenheit mit gekrönten Häuptern, einen künstlichen See (den Maschsee und den Malta-See) und beide sind Messestädte. Fast wie Zwillinge.

 

Kultur und Vergangenheit:

Herzstück von Poznań ist der Stary Rynek (Altmarkt), die gute Stube. Den Mittelpunkt bildet das vom italienischen Baumeister Giovanni Battista um 1550 erbaute Rathaus. Mit seiner farbenfrohen dreigeschossigen Arkadenloggia gehört es zu den schönsten Renaissancebauten in Mitteleuropa. Jeden Mittag um 12 Uhr öffnen sich die Metalltüren im Rathausturm und die berühmten Posener Böckchen, Wahrzeichen der Stadt, springen heraus. Wir waren zu spät und haben die Böckchen nicht gesehen.

Wir haben viele Dinge nicht gesehen. So auch das bis 1910 gebaute letzte Schloss für den deutschen Kaiser Wilhelm II. Der war allerdings nur zweimal dort. Viel Aufwand für Nichts. Später ließ Albert Speer das Gebäude für Adolf Hitler umbauen. Dadurch wurde es nicht besser.

 

Auf der Dom-Insel 

In der Krypta liegen die sterblichen Überreste der beiden ersten polnischen Herrscher Mieszko I. und Bolesław Chrobry. Poznań gilt als Wiege des polnischen Staates. Soviel Symbolik haben die hannoverschen Regenten nicht. Andererseits wäre ohne die Personalunion zwischen Großbritannien und dem Könighaus Hannover (1714 bis 1837) die britische Monarchie ausgestorben.

 

Shoppen bis zum Abwinken

Am Samstag war es so heiß, da sind wir in das Shoppingcenter Posnania geflüchtet. Angenehm kühl, jedoch nicht zu kalt. Das Posnania ist wie ein Zwilling der Ernst- August-Galerie in Hannover. Architektonisch als auch von den 260 Geschäften. Bis auf einige polische Geschäfte sind alle austauschbar. Der Besuch war bei der Hitze jedoch eine echte Alternative zum Straßenpflaster.

 

Der  Malta-Park und See

Der nach den Maltesern benannte Park gruppiert sich um einen künstlichen See. Auf dem See finden  seit vielen Jahren internationale Ruder-Regatten statt. Zu seinen Attraktionen gehört eine ganzjährig geöffnete Skipiste. Wir waren auf dem Campingplatz und Hotelanlage im Malta-Park. Eine schöner Platz, eine gepflegte Anlage. Die Sanitäranlagen sind etwas in die Jahre gekommen, insgesamt aber OK. Am Sonntag sind wir eine kleine Strecke am See gelaufen. Viel Sonne und leider kein Schatten am Seeufer. Also nur eine kurze Strecke und wieder zurück. Schade.

 

In Posen unterwegs mit der Tram

Das Display/Steuergerät vom E-Bike hat endgültig seinen Geist aufgegeben. Statt E-Bike mussten wir also die Öffis benutzen. War im Nachhinein nicht schlimm. Vom CP zur Haltestelle der Tram war es nicht weit, ca . 1 Kilometer.  Auch die Entfernungen von den Haltestellen zur Altstadt waren kein Problem. So alte Menschen wir Frauchen dürfen in Posen übrigens kostenlos fahren. Die Mitnahme unseres Fellnasen-Transporters war auch kostenlos. Bleibt nur die Frage wie sich in einer fremden Stadt und dazu einer fremden Sprache mit den Öffis zurechtfinden. Hat Frauchen gut gemacht. Routenplaner über das Internet mit Namen der Haltestellen. In der Tram dann immer schön auf die Anzeigen achten. Funktioniert in Posen prima.

 

Die Nazi-Verbrecher in Posen

Beim Überfall auf Polen besetzte die Wehrmacht Posen im September 1939 und die Stadt wurde zur Hauptstadt des neugeschaffenen „Reichsgaus Wartheland“ erklärt. Die polnische Bevölkerung wurde ab September 1939 systematischem Terror ausgesetzt. Dazu zählten Exekutionen und Massenverhaftungen der Zivilbevölkerung. Im Herbst 1939 wurden an Psychiatriepatienten im Fort VII erstmals im Dritten Reich Probevergasungen durchgeführt und wenig später im gesamten dritten Reich ausgeübt. In und um Posen befanden sich einige Konzentrations- und Arbeitslager mit ca. 16.000 Häftlingen und ein Kriegsgefangenenlager wo 1940 bis 1945 rund 7.000 Franzosen, Briten und Sowjets inhaftiert waren.

Und da redete der ehemalige AfD-Vorsitzende Alexander Gauland bei einem Treffen 2018 in Thüringen "Hitler und die Nationalsozialisten sind nur ein Vogelschiss in 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“. Und er ist nicht der einzige in der sogenannten Alternative, der derartig üble Geschichtsverklitterung betreibt. Frauchen wird bei denen immer schlecht.

 

Und, können wir Posen empfehlen?

Ja, ein deutliches Ja. Obwohl wir viele Orte/Dinge nicht gesehen haben. 

Grüezi Queeny 

 

Infos

https://www.polen.travel/de/poznan-posen/

https://visitpoznan.pl/en

https://www.poznan.pl/mim/main/de/touristik,p,24996,25014.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Posen

https://posir.poznan.pl/obiekty/malta/hotel-camping-malta

https://regionwielkopolska.pl/de/artykuly-kultura-ludowa/poznanlegenda-o-koziolkach-z-ratuszowej-wiezy/

 


Posen


Zwischenstopp im Nirgendwo

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Kommentare: 1
  • #1

    Martin (Montag, 25 Mai 2026 08:42)

    und wieder ein toller Bericht!
    Euch weiterhin viel Spaß.